AURA — Intelligente Gesundheitsassistenz im Smart Home
Die unsichtbare Brücke zwischen Arztbesuchen: AURA nutzt die ohnehin in modernen Gebäuden verbaute Sensorik, um kontinuierlich und vollautomatisch kritische Gesundheitsindikatoren im Alltag zu analysieren – absolut datenschutzkonform und ohne störende Wearables oder Kameras.
Das Problem: Die Stille zwischen den Terminen
Die etablierte Medizin liefert Punkte: Den Arzttermin alle drei Monate. Die Schlaflabor-Nacht alle zwei Jahre. Dazwischen herrscht Stille. Genau in dieser Stille setzt AURA an, um schleichende Veränderungen wie Sturzrisiken, Frailty-Frühzeichen oder beginnende Demenz frühzeitig erkennbar zu machen.
Hinter AURA steht mein persönlicher und beruflicher Hintergrund als promovierter Ingenieur für Biomedizinische Technik. Die Entwicklung hochpräziser Medizintechnik begleitet mich seit Jahren – unter anderem als Mitgründer einer KIT-Ausgründung, bei der ich den zertifizierten Erst-Hilfe-Sensor „CPR|Check“ (neocor) von der Patentidee über klinische Studien bis zur offiziellen Zulassung als Medizinprodukt (Klasse IIb) geführt habe.
Im näheren privaten Umfeld haben sich über die Jahre zudem die üblichen Berührungspunkte mit dem Gesundheitssystem summiert — Eltern werden älter, Kinder kommen mit chronischen Diagnosen nach Hause, Freunde verlieren Angehörige unerwartet.
Was das System konkret tut
Ein Bewohner legt sich um 23:48 Uhr ins Bett. AURA registriert das nicht über sein Smartphone und nicht über eine Uhr, sondern über einen Vibrationssensor unter der Matratze, kombiniert mit einem Präsenzradar an der Decke. Aus dem zeitlichen Verlauf beider Signale schätzt das System Schlafphasen und einen Sleepscore. Im Vergleich zu einer parallel getragenen Garmin-Smartwatch beträgt die Abweichung über 60 Kalibrationsnächte aktuell einen Punkt.
Steht derselbe Bewohner um 03:14 Uhr auf, unterscheidet das System, ob es sich um eine kurze Toilettenpause handelt (Schlafzimmer → Bad → Schlafzimmer mit Rückkehr ins Bett unter zehn Minuten) oder ob er anschließend im Wohnzimmer bleibt. Beides hat unterschiedliche Bedeutung — für Nykturie, Schlafstörungen oder einsetzende Demenz.
Hinter dieser scheinbar einfachen Unterscheidung stehen Dutzende Edge Cases: Der Walk-Through nach der morgendlichen Dusche, der nicht als Rückkehr ins Bett gewertet werden darf. Der kurze Aussetzer des Präsenzradars, der nicht als Sturz interpretiert werden soll. Der nicht-Schlafstart auf dem Sofa um 22:50. Genau diese Detailarbeit ist über inzwischen 258 Software-Iterationen entstanden — sie ist der Unterschied zwischen einer Demo und einem System, das auch in der fünften Pilotwoche noch glaubwürdige Aussagen liefert.
Wie & Technische Voraussetzungen
AURA läuft als Adapter im offenen Hausautomations-Framework ioBroker auf der Hardware des Anwenders. Aus rund einer Million Sensorereignissen pro Haushalt und Monat entsteht lokal ein täglicher Verhaltens-Digest. Daraus berechnet das System bis zu vierzehn Risikoindikatoren — Sturzrisiko, Frailty-Frühzeichen, Demenz-Drift, kardiovaskuläre Hinweise, Schlafstörungen und weitere.
Flexibel im Neubau oder zur Nachrüstung
Das System ist hardwareunabhängig und passt sich den Gegebenheiten vor Ort an. Es gibt zwei primäre Wege für die Umsetzung:
Integrierter Neubau / Kernsanierung: AURA kann direkt auf ein umfangreich geplantes KNX-System aufsetzen und die Daten der kabelgebundenen Präsenzmelder und Sensoren nutzen.
Einfache Nachrüstung (z. B. in Bestandsimmobilien von Angehörigen): Es müssen keine Wände aufgerissen werden. Für den Betrieb im Altbau oder der Bestandswohnung genügt eine kompakte Plug-and-Play-Struktur:
Ein kleiner Mini-PC (Steuerzentrale), der die Daten rein lokal verarbeitet.
Einige smarte Funk-Sensoren (z. B. Vibrationssensoren unter der Matratze und leicht nachrüstbare Funk-Präsenzmelder oder Bewegungsmelder an den Decken/Wänden).
Personenbezogene Rohdaten verlassen das Hausnetz nicht. Optionale KI-Textzusammenfassungen arbeiten ausschließlich auf aggregierten Kennzahlen ohne Personenbezug.
Der Ansatz ergänzt aktuelle Entwicklungen in der medizinischen Sensorik. Der Fachartikel „Wearables werden zu Medizinprodukten“ (ingenieur.de, 25.05.2026) beschreibt den Trend zur kontinuierlichen, KI-gestützten Gesundheitsbeobachtung im Alltag. AURA überträgt diesen Gedanken auf die Raumebene und kann optional Daten externer Systeme — etwa eines kontinuierlichen Glukosemonitorings via Nightscout — als ergänzende Datenquelle einbinden.
Was AURA nicht ist
Kein Medizinprodukt im Sinne der Medical Device Regulation (EU) 2017/745. Keine Diagnose. Kein Ersatz für eine Ärztin oder einen Arzt. AURA ist ein Assistenzsystem nach dem Prinzip Ambient Assisted Living — eine Verhaltensbeobachtung mit Konfidenzangabe. Bei sicherheitsrelevanten Auffälligkeiten empfiehlt das System die Konsultation einer Ärztin oder eines Arztes.
Status
Pilotphase, Version 0.33.258. Drei Risikoprofile werden täglich berechnet (Sturzrisiko, Frailty-Frühzeichen, Demenz-Drift); elf weitere befinden sich in unterschiedlichen Reifegraden, darunter Schlafstörungen, kardiovaskuläre Hinweise und Diabetes Typ 1 mit CGM-Datenfusion.
Mitwirken: Pilothaushalte und Fachpartner gesucht
Für die kommende Entwicklungsphase suchen wir gezielten Austausch mit:
- Pilothaushalten, die das System unter Alltagsbedingungen erproben und
Rückmeldung zu Bedienung, Mehrwert und Sensorabdeckung geben. - Elektroinstallateuren und Smart-Home-Integratoren für
Beratung, Inbetriebnahme und Betreuung der Endkunden. - Pflegediensten, ambulanten Versorgern und Angehörigen-Communities, die
Anforderungen aus der Praxis einbringen möchten. - Forschungspartnern aus Medizintechnik, Geriatrie, Diabetologie oder
Versorgungsforschung für gemeinsame Validierungsstudien.
Eine Teilnahme ist unverbindlich und nicht an einen Kauf gebunden. Eine Vertraulichkeitsvereinbarung kann auf Wunsch bereitgestellt werden.
Kontakt: über das Kontaktformular auf jwgi.de oder per E-Mail.